Ich habe mal die Daten ein wenig modifiziert, sonst komme ich hier selbst noch durcheinander wann eigentlich was passiert ist – also nicht wundern, wenn Beitraege anscheinend erst Wochen spaeter auftauchen, die sind zurueckdatiert.

Von diesen Randnotizen zur Quasiordnung nun aber zurueck zum spannenden Teil der Geschichte.

Nach dem Strandbesuch in La Jolla und der dem Scheinkulturausflug in den Balboa Park machten sich Reinhild und Linda per Mietwagen auf den Weg nach San Francisco und wie das in den USA so ueblich ist, haben die Damen ein Automatikgetriebe bekommen. Da beide vorher noch nie mit so etwas gefahren sind, sind wir erst einmal eine kleine Runde um den Block getingelt, das hat auch ganz gut geklappt (abgesehen davon das wir zwischenzeitlich an einem Bahnuebergang standen, die Schranke langsam runterleierte, der neutrale Gang eingelegt war und nur dank des negativen Anstiegs das Auto noch rechtzeitig rueckwaerts rollte bevor es Bekanntschaft mit dem Metall gemacht haette). Die Bremsen waren auch gewoehnungsbeduerftig, soll heissen, die kommt nicht langsam, sondern zieht entweder ganz oder gar nicht – da war also sehr viel Fingerspitzengefuehl gefordert!

Waehrend sich die Damen dann an der Kueste, in Monterey im Aquarium und in den Strassen von San Francisco vergnuegt haben, hatte ich ein paar Tage Zeit um etwas Uni-Kram zu erledigen, denn am Donnerstag stand dann schon der naechste Ausflug an. Diesmal gings in die Sequoia Nationalpark (ungefaehr auf der Haelfte zwischen San Francisco und Los Angeles DSC_0325.JPGetwas im Landinnern gelegen), den ich schon 2001 besucht hatte mit meinen Verwandten aus Santa Barbara. Prinzipiell hat der Park aehnliches zu bieten wie der Yosemite Nationalpark, also vor allem Berge, Taeler, Felswaende, Mammutbaeume und viel Wald, ist aber nicht ganz so ueberlaufen, da er etwas abgelegener als Yosemite liegt und auch die Uebernachtungsmoeglichkeiten im Park arg begrenzt sind. Wir konnten gluecklicherweise fuer zwei Tage ein Zimmer in der Wuksachi Lodge (eins von zwei kleinen hotelaehnlichen Anlagen im Park) ergattern und mussten uns deshalb nur auf dem Hin- und Rueckweg zwei Stunden lang durch Kurvengelaende fahren.

DSC_0349.JPGFuer die zwei vollen Tage, die wir im Park hatten, haben wir uns fuer den ersten Tag einen Tagesmarsch vorgenommen. Ich bin ja 2001 dort schon rumgestreunt (damals ein Vier-Seen-Wanderweg, 12 Meilen) und weil die Wanderroute sehr schoen war, die wir damals gelaufen sind, wollten wir das ganze 8 Jahre spaeter noch einmal wiederholen. Ausgewiesenes Ziel war also erst einmal der “Heather Lake”, der erste der Seen auf dem Weg – Entfernung: 4.3 Meilen, also um die 6.5 Kilometer – und falls dann noch Zeit und Elan vorhanden gewesen waere, haette man auch noch bis zum letzten See, dem “Pear Lake” laufen koennen (das waeren noch einmal knapp 2 Meilen plus Anstieg gewesen). Aber an dem Konditional kann man schon erkennen, das es offensichtlich nicht so weit gekommen ist. Die Luft in mehreren tausend Fuss Hoehe war naemlich diesmal recht duenn und das DSC_0382.JPGJapsen ging schon nach kurzer Zeit los. Ohne die 1500 Fuss Anstieg bis zum ersten See, waere das sicher alles kein Problem gewesen, aber der Hoehenunterschied ging dann doch recht schnell an die Pumpe. Ausserdem gab es mit zunehmender Hoehe auch noch Schnee,  der teilweise den Weg versperrte. Die Temperaturen waren aber sehr angenehm, so dass man durchaus mit kurzen Hosen im Schnee spielen konnte. Aufpassen musste man nur ein wenig, dass man nicht dort rumtrampelte, wo der Schnee von oben und unten anfing zu schmelzen (was auch immer die physikalische Grundlage dafuer sein mag), denn dort ging es schnell auch mal mit einem Bein einen halben Meter nach unten. Heile angekommen sind wir aber dennoch. Zuerst gab es einen wundervollen Ausblick auf das Tokopah-Tal, wo sich auch mehrere Fluesse mit Schmelzwasser den Weg ins Tal bahnten. Auf der anderen Seite verdunkelte sich dann langsam der Himmel und ein Gewitter zog ueber der Bergkette auf, blieb aber freundlicherweise auch dort. Zum Heather Lake ging es dann noch einmal ein paar Schritte bergab (inzwischen war fast die gesamte Umgebung schneebedeckt) und dort war dann Mittagspause angesagt. Fotos aus allen Winkeln und Ecken wurden natuerlich geknipst und ich habe mich dann auf den Weg gemacht das Toilettenhaeuschen zu suchen (war auf Schildern ausgewiesen!). Gefunden habe ich es allerdings nicht, entweder wird das im Winter abgebaut oder es war komplett vom Schnee bedeckt. Der Abstieg war dann sehr angenehm und kurz vor der Ankunft am Parkplatz haben Linda und ich auch unseren ersten Baeren gesehen. Es raschelte kurz im Gebuesch und zack, kam der Baer ungefaehr 30 Meter entfernt herausgewetzt und flitzte ueber den Wanderweg ins Gehoelz auf der anderen Seite – die Kamera konnte ich so schnell gar nicht aus der Tasche holen…

DSC_0476.JPGAber das war nicht unsere letzte Begegnung mit Baeren. Am zweiten Tag ging es auf die “Touristentour”, u.a. also zum “General Sherman Tree”, dem groessten Baum der Welt (vom Volumen her), durch Waelden mit Riesensequoias (den Mammutbaeumen), zum Moro Rock (einem Felsvorsprung auf dem man einen traumhaften Ausblick auf einen Teil des Parks hat mit schneebedeckten Bergketten im Hintergrund) und zur Crescent Meadow (dt. Halbmondwiese), einer Wiese umgeben von Huegeln und Waeldern. Dort haben wir dann auch unseren zweiten Baeren gesichtet. Zuerst hat er sich im Gras getummelt, spaeter dann in der Naehe des Wanderweges wo er sich am Gehoelz zu schaffen machte. Viel Interesse fuer die Touristen, die einen guten Blick und ein Foto erhaschen wollte, hatte er nicht. Wir haben dann auch ein wenig dem Treiben zugeschaut und das eine oder andere Foto geknipst, sind dann aber weiter gelaufen – Respekt vor dem Tier hat man dann ja schon. Auf der Rueckfahrt sass dann noch ein Baer im Gehoelz – macht also 3 Baeren in 2 Tagen!

Tags: , ,

Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>